
Ausgangslage
Warum braucht es eine Revision?
Der heutige Regionale Richtplan Abbau, Deponie und Transport (ADT) wurde 2012 genehmigt und seither mehrfach angepasst. Inzwischen haben sich die Rahmenbedingungen verändert. Verzögerungen bei der Planung neuer Abbaugebiete, teilweise ausgeschöpfte Reserven und der langfristige Bedarf an mineralischen Rohstoffen stellen die Region vor neue Herausforderungen.
Das regionale Controlling zeigt insbesondere bei der Versorgung mit Kies Handlungsbedarf. Zwar sind bis 2042 insgesamt genügend Reserven im Richtplan gesichert, diese sind jedoch nicht gleichmässig über die Region verteilt. In einzelnen Teilregionen können deshalb bereits früher Versorgungsengpässe entstehen.
Hinzu kommt, dass sich die planungsrechtliche Sicherung wichtiger Abbaustandorte teilweise über mehrere Jahre verzögert. Fehlende Mengen müssen dadurch aus anderen Teilregionen oder benachbarten Regionen bezogen werden. Dies führt zu längeren Transportwegen und zusätzlichem Verkehr und widerspricht dem Ziel einer möglichst dezentralen Versorgung.
Kiesversorgung langfristig sichern
Besondere Bedeutung hat die langfristige Kiesversorgung der Betonwarenwerke in Müntschemier und Lyss. Die heute dafür vorgesehenen Abbaustandorte verfügen über Reserven bis etwa 2041 beziehungsweise 2042. Damit die Versorgung auch danach gewährleistet werden kann, müssen rechtzeitig zusätzliche Reserven raumplanerisch gesichert werden.
Bei Fels und Ton präsentiert sich die Situation weniger dringlich: Die vorhandenen Reserven reichen deutlich über den Planungshorizont 2042 hinaus.
Genügend Deponieraum – aber nicht überall
Auch für die Ablagerung von unverschmutztem Aushub und Inertstoffen sind in der Region insgesamt genügend Kapazitäten vorhanden. Diese sind jedoch ungleich auf die verschiedenen Teilregionen verteilt. Dadurch können längere Transportwege entstehen, insbesondere bei Inertstoffen.
Heute planen für die Versorgung von morgen
Die Überarbeitung des Regionalen Richtplans ADT ist ein mehrjähriger Prozess. Bis neue Abbau- und Deponiestandorte tatsächlich genutzt werden können, sind zudem weitere Planungs- und Bewilligungsverfahren notwendig.
Deshalb müssen die Weichen frühzeitig gestellt werden. Mit der Revision sollen Versorgungslücken vermieden, Transportwege möglichst kurz gehalten und die notwendigen Rohstoff- und Deponiereserven langfristig gesichert werden.